петак, 27. март 2026.

Против плаћања царине у сребру

 

 

Против плаћања царине у сребру 

Prasident: Ich werde, wenn kein besonderer Antrag uberreicht wird, diese Petitionen dem Petitionsausschusse zur Verhandlung überweisen. 

Mir ist folgende Interpellation vom Herrn Abgeordneten Ljubiša und Genossen uberreicht worden. 

Schriftfuhrer Černe (liest):

„Interpellation des Reichsrathsmitgliedes Stephan Ljubiša an Se. Excellenz den Leiter des k. k. Finanzministeriums. 

Als in Dalmatien das System eingefuhrt wurde, dass der Einfuhrzoll in Silber und nicht in Papiergeld zu zahlen sei, fasste man die Hoffnung, diese Ausnahmsmassregel werde nur provisorisch sein; jedenfalls erwartete man aber, dass man statt mit Silber mit Papier die obgenannte Steuer wird zahlen konnen, sobald man auf die Papierzahlungen das Silberagio noch dem Course der Wiener Borse zuschlagen wird. 

Der Verlust Venetiens war fur den dalmatinischen Handel ein grosser Schlag. Ungeachtet dessen, dass die Exportartikel Dalmatiens, wie Oel, Wein, Kase und Haringe, des Vortheiles eines geringeren Einfuhrzolles verlustig wurden, so ist gegenuber der Concurrenz eben solcher, aus italienischen Orten nach Venetien importirter Artikel, die jetzt in Venedig nicht mehr fremdlandische Artikel sind, der Preis unserer dalmatinischen Exportartikel an und fur sich bedeutend gedrückt. 

In Dalmatien circulirt sehr wenig Silber; es gibt dort sehr wenig Staatsschuldencoupons und fast gar keine Wechselstube, und der Handelsmann ist gezwungen, um Zoll zahlen zu konnen, Silber zu kaufen und dasselbe mit 5 bis 8 Percent theuerer zu bezahlen, als es der Wiener Borsencours bestimmt. 

Das wenige Silber, welches nach Dalmatien durch Militarhande kommt, verschwindet nach Bosnien, der Herzegowina und Montenegro, in welchen Landern man gegen Silbergeld Rind, Mais, Weizen und andere Verproviantirung fur die Armee einkauft. Ist es nach solchen Umstanden noch zu wundern, wenn Silber in Dalmatien eine Raritat bildet? 

Ausser den angefuhrten Ursachen gibt es noch weitere, welche den Stand Dalmatiens zu einem unerfreulichen gestalten. Triest und mehrere Hafen in Istrien sind Freihafen; Dalmatien aber ist nach allen Richtungen hin abgesperrt. Diese exceptionelle Lage sturzt Dalmatien immer mehr und mehr in Verarmung. 

Auf das Angefuhrte gestutzt, nehme ich mir die Freiheit, Se. Excellenz den Leiter des Finanzministeriums zu interpelliren: 

Gedenkt die k. k. Regierung dem Reichsrathe ein Gesetz zur verfassungsmassigen Behandlung vorzulegen, nach welchem Dalmatien von der Entrichtung des Zolles in Silbergeld befreit werden wurde? 

Oder will wenigstens die k. k. Regierung anordnen dass der Zoll auch in Papiergeld mit dem sich monatlich nach dem Course der Wiener Borse durchschnittlich ergebenden Zuschlаge gezahlt werden durfte? 

Oder im schlimmsten Falle will die k. k. Regierung die dalmatinischen Zollamter mit Silbergeld versehen, damit es die Kaufleute dort nach dem Course der Wiener Borse kaufen konnten?

 

Stephan Ljubiša.                                Lovro Pintar.

Dr. Klun.                                               Simeon de Micheli Vitturi.

Knesević.                                              Giovanelli.

Dr. Vidulich.                                       Jager.

Conti.                                                     Wiesler.

Lapenna.                                              Dr. Edler v. Plener.

Dr. Pajer.                                             Andriewicz.

Ant. Černe.                                          Jakobik.

Svetec.                                                   Bajamonti.

Lipold.                                                   Greuter.

Tomu.

Dr. Lovro Toman.

 







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